Alles hat seine Grenze, jetzt reden wir

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Eine in der ganzen Schweiz beneidete Kurve, die in den Augen dieser Führungsriege keine 1'440.- CHF Busse wert ist (die wir, wie immer, bezahlt hätten). Und hier stehen wir nun mit dem x-ten, düsteren und waghalsigen Communiqué, mit dem ein Verwaltungsrat, dessen Rückhalt inzwischen auf einem historischen Tiefpunkt ist, nach wochenlangem Schweigen nichts Besseres zu tun weiss, als einen Frontalangriff auf die Kurve zu starten und Strafanzeige gegen die eigenen Fans zu erstatten. Wir sind der Meinung, dass dieser Verwaltungsrat längst am Ende seines Mandats angekommen ist und erwarten baldmöglichst seinen Rücktritt, da er – wie immer deutlicher wird – schädlich ist und der glorreichen Geschichte des HCAP und seiner Leute nicht gerecht wird.

Ein verantwortungsloser Schritt, der Bände spricht über die derzeitige geistige Verfassung der Führung. WIR, im Gegensatz zu anderen, haben uns stets selbstkritisch hinterfragt und IMMER unsere Verantwortung übernommen. Daher erwarten wir nichts mehr von einem Präsidenten, der unserer Auffassung nach, selbst nach jenem Sonntagnachmittag gegen Lausanne, an dem wir die Familien und unser Stadion verteidigt haben, nichts Besseres zu tun wusste, als mit einer Anzeige zu reagieren, und der sich nie öffentlich reuig gezeigt hat, als er mit einem Lächeln auf dem Bagger sass, während das Symbol der Geschichte dieses Vereins niedergerissen wurde. Dieses Mal jedoch tut es uns leid: Wir werden weder mediale Pranger noch eine Hexenjagd tolerieren. Ebenso wenig akzeptieren wir Moralpredigten über die biancoblu-Werte von denen, die sie mit fragwürdigen unternehmerischen Logiken, feigen Dolchstössen in den Rücken zweier Söhne von Ambrì und ikonischer Figuren des Clubs sowie mit Lichtshows und “amerikanischen” Einlagen in den Pausen mit Füssen treten. Und jetzt, reden wir:

Wir sind Menschen mit aufrechten Werten, die über alles das Wohl der Mannschaft stellen. Aber wenn der Dank für 37 Jahre ironischen, fröhlichen, solidarischen und bedingungslosen Support ein Schwall von Galle ist, dann nein: Dann spielen wir dieses Spiel nicht mehr mit. Wir haben uns sofort gesprächsbereit gezeigt, wie wir es immer getan haben, um “schmutzige Wäsche intern zu waschen” und Lösungen zu finden nach dem Abbrennen der Pyros nach Spielende – eine Geste, die zum 20-jährigen Bestehen einer der organisierten Gruppen der Curva Sud gefeiert wurde (ein Jubiläum, das in der gesamten Ultrasgemeinschaft auf diese Weise begangen wird) –, doch auf der Gegenseite kam nur Schweigen, aus Gründen, die so absurd sind, dass wir sie diesmal lieber nicht nennen. Wir sind sicher, dass es euch dank unserer Ehrlichkeit, Selbstkritik und Gesprächsbereitschaft mit dem übrigen Anhang nicht gelingen wird, die Aufmerksamkeit von den kranken Dynamiken dieser Führung abzulenken.

Aus Respekt vor unserer Würde, die nicht mit Füssen getreten werden darf, werden wir während der gesamten 60 Minuten schweigen: Wir haben uns zu einer starken Protestgeste entschlossen, die – so hoffen wir – von der Mehrheit der Anwesenden verstanden wird. Nur in einigen ganz bestimmten Momenten des Spiels werden wir unsere Stimme mit wenigen, gezielten Liede erheben, um daran zu erinnern, dass unsere Liebe zu diesen Farben nicht zur Diskussion steht, aber nicht länger als selbstverständlich betrachtet werden darf. Wir bitten alle, unsere Entscheidung zu respektieren: Wer darüber sprechen möchte, ist eingeladen, dies zivilisiert zu tun, uns in die Augen zu schauen und wie erwachsene Menschen mit uns zu reden. Unser Ziel ist es nicht, die Kurve zu spalten, sondern im Gegenteil, uns geschlossen zu zeigen angesichts des x-ten medialen Ausrutschers, mit dem der Verwaltungsrat seine eigenen Fans verunglimpft hat.

Geschlossener denn je, immer offen für den Dialog mit allen, die anders denken. Einen herzlichen Gruss von der Minderheit des Anhangs, jener, die nicht die “neuen” biancoblu-Werte verkörpert.

Die Minderheit singt nicht mehr, heute musst du den Support übernehmen

Seit 1988 die letzten Garanten der alten Werte

CURVA SUD AMBRÌ-PIOTTA